Exkurs
Es gibt genügend geneigte Interessenten aus Jägerkreisen, die der Bogenjagd rein gefühlsmäßig positiv gegenüberstehen. Jedoch betrachten viele die Wirksamkeit von Pfeil und Bogen äußerst skeptisch. Die meisten haben sich als Kinder mit einem selbstgeschnitzten Flitzebogen als große Bärenjäger gefühlt, denken jedoch als Erwachsene bei der Jagd nur noch an sowas wie V0, E 100 und irgendwie 3000 Joule. Was soll im Vergleich dazu ein Bogen bewirken?
Die Antwort:
Der Bogen ist ein sehr vielseitiges Gerät. Er dient Kindern als "nicht ungefährliches" Spielgerät und verhilft so manchem Erwachsenen zu olympischem Gold. Doch ernsthaft: mit dem Vorläufer des Bogens, der Speerschleuder, und dem Bogen selbst wurde in der Geschichte der Menschheit ein Vielfaches an Wild erlegt, als mit modernen Feuerwaffen. Dass Pfeil und Bogen im Laufe der Historie außerdem ein sehr effizientes Mittel der Kriegsführung waren, ist sehr betrüblich, aber hier nicht Gegenstand der Betrachtung.
Zur Verdeutlichung der Wirkung eines Jagdpfeils noch ein Gedankenexperiment. Man stelle sich folgende Situation vor: Ein normaler unsportlicher Mensch (egal, ob Mann oder Frau) hat ein langes, aber rasiermesserscharf geschliffenes Metzgermesser in der Hand und genau vor ihm steht ein starker Hirsch. Seine Aufgabe besteht darin, das Messer voll durch die Kammer des Wildes zu treiben. Schafft er das? Antwort: ohne weiteres, mit etwas Schwung auch dann, wenn er voll auf eine Rippe trifft. Jetzt der Vergleich zur Gewehrkugel: man nehme für die gleiche Aufgabe einen Eisenstab im üblichen Kaliber mit einer abgerundeten Spitze. Ein wohl sehr unfairer Vergleich.






