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1.2.2 Das Lieblingsthema unserer heutigen Zeit: die Tierquälerei

Aus dem bisher Dargelegten ist ersichtlich, dass der Jagdpfeil trotz der schnell tötenden Wirkung im Vergleich zur Büchsenkugel sehr wenig Nervenzellen zerstört. Unterstellt man, dass Wild Schmerzen im menschlichen Sinne verspürt, dann korreliert, medizinisch gesehen, die Schmerzintensität linear mit der Anzahl der zerstörten Nervenzellen. Da die Kugel, statistisch betrachtet, in der Mehrzahl der Fälle nicht augenblicklich tötet, kann in diesem Zusammenhang nicht von einer Überlegenheit der Kugel gesprochen werden. Der etwas längere Zeitraum bis zum Exitus bei einer Pfeilwunde wird durch die viel höhere Gewebezerstörung bei Kugelschüssen mehr als aufgewogen.

Bei schlechten Schüssen ist die Chance der Ausheilung einer Wunde ohne Entzündungen und Wundfieber für das Wild viel höher als bei vergleichbaren Kugelschüssen (z.B. sauberes Ausbluten; es werden weniger Verschmutzungen in die Wunde eingebracht).


1.2.3.Ein weiteres Lieblingsthema: die Wilderei

Hier soll nicht der Wilderei das Wort geredet werden, auch nicht aus falsch verstandener Romantik. In den Satzungen unserer Bogenjagdverbände ist der erfüllte Tatbestand der Wilderei ein sofortiger Ausschlussgrund. Jedoch muss man zugestehen, dass die meisten Wilderer über mehr Sachverstand verfügen als so mancher Jäger. Deswegen sind sie ja auch so erfolgreich. Genau deswegen ist aber auch der Jagdbogen für die Wilderei uninteressant. Studiert man nämlich die mageren ”Erfolgsquoten” der durchschnittlichen Bogenjäger so wird man klar erkennen, daß der Bogen aufgrund seiner Limitationen und dem Bedarf langwieriger Übungszeit als Wildererwaffe vollkommen ungeeignet ist. Selbst in den USA, wo die Bogenjagd und die Wilderei sehr verbreitet sind, ist dies kein Argument gegen die Bogenjagd. Jeder Gewehrjäger könnte mit der Behauptung, ”der Schuß habe einem Fuchs gegolten”, weit mehr Wild wildern als er mit dem Bogen (auch bei großer Fertigkeit) jemals schaffen könnte. Außerdem können sich heutzutage kriminelle Subjekte sehr leicht technische Vorrichtungen (Schalldämpfer, künstliche Lichtquellen, etc.) beschaffen, die die Wilderei stark vereinfachen. Warum ein Wilddieb unter solchen Bedingungen zum Bogen greifen sollte (mit entsprechend geringen Erfolgsaussichten und größeren Risiken) ist nicht nachvollziehbar.

Doch außer Wilderern gibt es leider auch „Bogenschützen“, die ein Tier nur als bewegliche Scheibe betrachten. Die verwundeten Tiere, über die von Zeit zu Zeit in der Presse berichtet wird, mit im Tier steckenden Pfeilen, sind in der Regel mit Scheibenpfeilen beschossen worden. Kein Bogenjäger - ob Wilderer oder nicht - würde jemals solche Pfeile für den Schuss auf Wild verwenden, weil damit ein Jagderfolg schlechterdings unmöglich ist. Eine ähnliche Situation würde sich bei der Verwendung von Vollmantel-Scheibenprojektilen bei der Büchsenjagd ergeben. Deshalb darf man solche illegalen und verantwortungslosen Aktivitäten nicht auf eine Stufe mit einer verantwortlichen Bogenjagd stellen.