Auch blieb die Entwicklung nicht stehen. Ende der 40er Jahre entwickelte Frank Eichholtz den glasfiberbelegten, laminierten Recurvebogen. Nun waren Bögen industriell und preiswert herzustellen. Die beginnende Freizeitkultur in den 50er Jahren tat ein übriges. Einen Quantensprung machte die Bogenjagd durch die Entwicklung des Compoundbogens. Holles Allen entwickelte einen Bogen, bei dem die Sehne über exzentrische Rollen lief. Die Reduktion des zu haltenden Zuggewichts eröffnete vielen den Zugang zur Bogenjagd. Die Verbesserung von Pfeilen, Visieren und mechanischen Ablassvorrichtungen rundeten in den 70er und 80er Jahren das Bild ab. Werbesprüche wie „Sei ein zwei Saisonjäger“ zielten auf die Gewehrjäger in den USA ab und verfehlten ihre Wirkung nicht. Hier ist der technische Fortschritt noch nicht abgeschlossen. Zu jeder Welle gibt es eine Gegenströmung. War Anfang der 80er Jahre die trad. Ausrüstung mit Recurve- und Langbogen fast verschwunden, findet in den letzten Jahren die Jagd mit dieser Art Equipment eine ständig wachsende Anhängerschaft. Die Entwicklung in Deutschland begann über den Kontakt zu bogenjagenden Amerikanern. Zwar gab es in den 20er und 30er Jahren einige deutsche Bogenjäger, doch brach diese Bewegung durch den 2. Weltkrieg ab. In den späten 1970er Jahren entstanden Bogenvereine, die sich vorrangig dem Schiessen mit jagdlicher Ausrüstung widmeten. Die ersten Mutigen wagten sich auf Jagdreisen meist in die USA und Kanada. Sie brachten Erfahrungen und Informationen mit. Anfang der 90er Jahre kam es zur Gründung der Traditionellen Jagdbogenschützen Deutschland TJBD. Es wurden amerikanische Ausbilder und Bogenjäger eingeladen, um die Bowhunter Education abzuhalten. Die Übersetzung des amerikanischen Ausbildungshandbuches durch Max Christ, eigene Ausbilder, sowie der Wunsch der IBEP nach einer rechtsfähigen Organisation für alle Bogenjäger, machten die Gründung des Deutschen Bogenjagdverbandes DBJV e.V. notwendig. Engagierte Frauen und Männer arbeiten hier um die Bogenjagd voran zu bringen.
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