Pfeile aus natürlichen Materialien:
Pfeile aus Rohr, Schilf oder Bambus kommen für uns nicht in Frage, ihre Herstellung ist höchst komplex und ihre Wirkung manchmal fragwürdig. Die Liste der verwendbaren Hölzer ist lang, ich will mich aber nur auf die gängigsten
und ohne Probleme beschaffbaren beschränken:
Kiefer (Northern Pine)
Port Orford Cedar (keine europäische Zeder die amerikanische Zeder ist eigentlich eine Zypresse)
Douglasie oder Hemmlock, Ramin, Lärche, Sitka, Hitckory und Chundoo sind die häufigsten Pfeilhölzer.
Wer mit Holzpfeilen schießen will sollte diese selbst anfertigen können.
Es gibt herausragende Pfeilmacher, die aber auch gutes Geld verlangen. Über das Anfertigen von Holzpfeilen gibt es sehr gute Fachliteratur. Ich möchte mich hier auf das Wesentliche beschränken.
Dem Argument, Holz hätte sich als Material für Jagdpfeile überlebt, widerspreche ich aufs heftigste. Länger als 10 000 Jahre war der Holzpfeil die einzige Alternative für unsere jagenden Vorfahren.
Für die Befiederung verwenden wir ausschließlich Naturfedern. Ob 3 oder 4 Federn ist eine Frage der Jagdspitze, des verwendeten Bogens und des persönlichen Schießstils. Nach meiner Erfahrung ist eine drallige Befiederung für Jagdpfeile zwingend. Die sich hartnäckig haltende Mär, dass Linkshandschützen linke Federn mit Linksdrall und Rechtshandschützen umgekehrt verwenden sollen ist Unfug. Wichtig ist, dass man eine linke Feder nur linksdrallig aufkleben kann, (rechte Feder entsprechend).
Holzschäfte werden in 5 lbs. Schritten und in 3 Durchmessern angeboten 5/16“, 11/32“ und 23/64“ sind die Standardmaße. Für die Bereiche in denen zwei Durchmesser für einen Spinewert angeboten werden z.b. 60-65 lbs. 11/32“ oder 23/64“ ist immer dem kleineren Durchmesser der Vorzug zu geben. Denn dieselbe Durchbiegung bei geringerem Durchmesser, ist der Garant für engergewachsenes, dichteres und somit bruchfesteres Holz. Der geringere Durchmesser hat weniger Luftwiderstand und macht den Pfeil schneller, auch wenn ein höheres Gesamtgewicht zu erwarten ist. Schäfte für Jagdpfeile sind gründlichst auszusuchen. Ein geradliniger Maserungsverlauf und ein gleiches Gewicht sind erforderlich. 10 grains (sind gleich 0,65 g) nach oben und unten halte ich für akzeptabel. Im Klartext, eine Toleranz bis zu 2 Gramm ist kein Beinbruch, (unbenannt) mehr sollte es nicht sein. Für den, der sich im Pfeile machen selber versuchen will ein einfacher Rat:
z.B. Recurve oder Langbogen mit 55 lbs. Man nehme ein dutzend Schäfte 11/32 Zoll 50-55 lbs, ein dutzend Schäfte 55-60 lbs, einfache Nocks, einfache Zweiblattjagdklingen mit 125 oder 135 grs, 3 Federn 5 Zoll lang Parabolform. Durch die Verwendung zweier Spinwerte kann man den zu weichen oder zu harten ausschließen. Wenn die Pfeile nicht fliegen liegt es meistens am Schützen (Schießstil) nicht an der Ausrüstung. 60-65 lbs Schäfte können bei Verwendung eines Bogenköchers oder einer Pfeillänge über 29 Zoll erforderlich sein. Lasst euch nicht irgendwelche Wunderdinge über 90 lbs Schäfte erzählen, sicherlich können manchmal sehr steife Schäfte erforderlich sein z.b. bei Black Widow Bögen, das ist aber auch kein Anfängerbogen. Bei Holzbögen die ohne Pfeilanlage über den Handrücken geschossen werden ist die Pfeilauswahl eine Sache langjähriger Erfahrung und nichts für Anfänger. Extreme Bögen und extreme Pfeile sind sowieso nichts für Anfänger.
Bei uns sind Kiefernschäfte aus heimischer Fertigung leicht erhältlich und für die Niederwildjagd gut geeignet. Beim selben Durchbiegungswert gibt es durchaus große Gewichtsunterschiede. Unter dem Rückstellwert versteht man die Tendenz, wie schnell der Pfeil in seine Ausgangslage zurückkehrt (Paradoxon des Bogenschiessens). Auch hier hat Kiefer einen guten Mittelwert. Kurzum, Kiefer ist ein Pfeilholz das uneingeschränkt für alle traditionellen Bogentypen geeignet ist.






