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Moderne Jagd mit Pfeil und Bogen

Durch die mehrschneidige rasiermesserscharfe Jagdspitze hat ein Jagdpfeil, welcher das Wildtier im Brustraum trifft, eine sekundenschnelle tödliche Wirkung. Aufgrund der Relation zwischen Pfeilgeschwindigkeit und Wildtierreaktionszeit (in einem Bruchteil einer Sekunde) wird auf maximal 25 m gejagt.

Wie werde ich Jäger mit Pfeil und Bogen?

Der DBJV bildet seit seiner Gründung Jäger zu Bogenjägern weiter. Die Ausbildung erfolgt nach den Richtlinien des DBJV und der EBF.

Der Jäger muss fähig sein, mit jedem Jagdpfeil auf 25 Meter konstant die Fläche eines Bierdeckels zu treffen.

Die Ausrüstung sollte so gewählt sein, dass der Jagdpfeil das in der Kammer (Lunge/Herz) getroffene Tier vollständig penetriert. Hierzu wird seitens des DBJV zu einer Mindestpfeilfluggeschwindigkeit von ca. 240 fps (ca. 73 m/s) und einem Mindestpfeilgewicht von ca. 30 Gramm (ca. 460 grain) geraten. (siehe Power-Point-Präsentation „Tiefenwirkung“ von Markus Gross, Dipl.-Ing. (FH))

In jedem europäischen Land, wo die Bogenjagd als zusätzliche Jagdart akzeptiert ist und erfolgreich praktiziert wird, wird der herkömmliche Jagdschein grundsätzlich für die Bogenjagd vorausgesetzt.


Ausbildung zum Bogenjäger

Teilnahmevoraussetzung ist das perfekte Schießen bzw. Treffen mit Pfeil und Bogen und ausreichend Kenntnisse in der Bogentechnik um die sehr anspruchsvolle Schießprüfung zu bestehen.

Der Lehrgang ist als Einführungskurs zur Bogenjagd gedacht  und erfolgt nach den Richtlinien der IBEP (International Bowhunter Education Programm) der EBF und des DBJV. Die Teilnehmer mit einem Deutschen Jagdschein erhalten den Bogenjagdschein nach den Vorgaben des IBEP, der EBF und des DBJV. Alle anderen Lehrgangsteilnehmer erhalten eine Teilnahmebescheinigung nach den Vorgaben der IBEP und des DBJV. Sie berechtigt zur Bogenjagd in vielen amerikanischen Staaten sowie in Afrika und wird in Ungarn und teilweise in Spanien anerkannt. In den europäischen Ländern gelten die jeweiligen Landesjagdgesetze. Die Vorschriften in den einzelnen Ländern sind vor Beginn der Bogenjagd genau zu überprüfen. Mindestalter zur Teilnahme an der Bogenjägerausbildung ist 14 Jahre.

Durch die Teilnahme am Bogenjägerausbildungslehrgang erhalten sie nicht nur umfangreiche Kenntnisse über die richtige, verantwortungsvolle Ausübung der heutigen Jagd mit Pfeil und Bogen, sie unterstützen auch die Arbeit des DBJV.

Nur eine Jagdhaftpflichtversicherung welche ein deutscher Jäger besitzt, bietet einen ausreichenden Versicherungsschutz bei der Auslandsjagd.

Weitere Informationen

Die Ausbildung umfasst ein Wochenende

  • 1. Tag (Samstag von 9:00 – ca. 18:00 Uhr)
  • 2. Tag (Sonntag von 9:00 – ca. 16:00 Uhr)

Die Schießprüfung ist mit jagdlicher Ausrüstung, d.h. nur mit Jagdpfeil (incl. Jagdspitze: 2- oder Mehrschneider) zu absolvieren. 5 Jagdpfeile von 6 müssen in die Kammer (Lunge/Herz) auf maximal 25 Meter geschossen werden.

Seitens des DBJV wird zu einer Mindestpfeilfluggeschwindigkeit von ca. 240 fps (ca. 73 m/s) und einem Mindestpfeilgewicht von ca. 30 Gramm (ca. 460 grain) geraten.

Die Buchung des Hotels muss vom Kursteilnehmer vorgenommen werden. Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden vom Kursteilnehmer mit dem Hotel abgerechnet.

Schulungsgebühren
Kursgebühr: € 180,00
inkl. Schulungsunterlagen.

Kursgebühr für DBJV Mitglieder: € 150,00
inkl. Schulungsunterlagen.

In den Schulungsgebühren sind auch die Prüfungsgebühren (Schießprüfung) enthalten.
Alle Fragen zur Ausbildung, Termine, Anmeldung, usw. bitte an die E-Mail Adresse: bogenjaegerausbildung@dbjv.org richten.

library_books Prüfungsordnung
library_books Ausbildungsthemen

Bogenjagd, eine zusätzliche Jagdart


Waidgerecht

Die heutige Jagd mit Pfeil und Bogen ist in bislang 17 europäischen Ländern nachweislich als tierschutz- bzw. waidgerechte Jagdart akzeptiert ist und wird erfolgreich praktiziert. Die rasiermesserscharfen Klingen der Jagdspitze erzeugen einen komplett durchgehenden Schnittkanal und tangieren nur sehr wenige Schmerzrezeptoren. Das beschossene Tier ist erfahrungsgemäß nach wenigen Sekunden tot.

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Handhabung des Bogens

Ein Jagdbogen ist grundsätzlich sicher, da er unmittelbar vor dem Verschießen eines Jagdpfeiles mit Muskelkraft gespannt werden muss. Die Energie ist nicht vorgespeichert. Ein versehentliches Lösen des Pfeiles ist somit nicht möglich. Er hat eine vergleichbar geringe Reichweite, wodurch die Hintergrundgefährdung minimiert ist.

Weitere Themen

In und um Madrid (Spanien) wird seit 2011 erfolgreich im Auftrag der Umweltbehörde Schwarzwild ausschließlich mit Pfeil und Bogen von speziell dafür ausgebildeten Personen (Jägern) erlegt, da die Wildschweine überhandnahmen.

In einigen Bundesstaaten der USA wird in urbanen Bereichen wie z.B. Randsiedlungsgebiete, Parks, Friedhöfe etc. aus Sicherheitsgründen nur noch der Bogen zum Jagen zugelassen.

Einem Fernsehbericht zufolge fand auch in Deutschland in jüngerer Vergangenheit die wohl erste offizielle Bogenjagd der Neuzeit statt. In der Nähe von Karlsruhe vermehrten sich versehentlich freigelassene Ochsenfrösche derartig, dass sie zu einer ernsthaften Bedrohung für Kleintiere und Fische wurden. Auf Basis einer Sondergenehmigung und unter behördlicher Aufsicht kooperierten Naturschützer und Angler mit eigens engagierten Bogenschützen, um die “Ochsenfroschplage” in den Griff zu bekommen, da andere Jagdmethoden aus Sicherheitsgründen nicht in Frage kamen.

Aufgrund von laufenden Forschungsprojekten in Deutschland (www.gwsm.eu) können je nach Landesjagdgesetz die zuständigen Jagdbehörden die Beschränkung der Verbote zielgerichtet einschränken.

Die Jagd mit Pfeil und Bogen erfordert vom Jäger eine besondere Naturverbundenheit. Er ist auf sehr gute Kenntnisse im Zusammenspiel von Vegetation, Wild und dem gesamten Ökosystem angewiesen. Die verwendete Munition (Jagdpfeile) wird in der Regel wieder eingesammelt und belastet daher weder Gewässer noch die Fluren.

Da die Bogenjagd fast nur als Einzeljagd ausgeübt wird und nur dann zum Erfolg führt, wenn der Bogenjäger im Einklang mit der Natur steht, wird der Bogenjäger versuchen Störungen der Flora und Fauna zu vermeiden. Eine Beunruhigung des Wildes ist ausgeschlossen. Das Wild kann seine ursprünglichen Verhaltensweisen wieder annehmen. (tagaktiv, usw.) Dazu ist es jedoch erforderlich, dass die gesamte Gesellschaft ihr Verhalten gegenüber der Natur und Umwelt verändert. Die berechtigten Aktivitäten aller Naturnutzer, sind einer der Gründe für das veränderte Verhalten unseres Wildes. Leider haben durch die immer mehr voranschreitende Urbanisierung unserer Gesellschaft immer weniger Menschen einen normalen Bezug zu natürlichen Abläufen und Zusammenhängen in Wald und Flur. Sie können die Folgen ihres Handelns nicht mehr erkennen. Die Störungen des Wildes, unter anderem durch Freizeitaktivitäten usw., führen z.B. zur Veränderung ihres Äsungsverhaltens, Nachtaktivität, Verbiss von Jungbäumen, Scheue vor Mensch und anderen Tieren usw.. Durch die Naturnahe Jagdmethode tragen wir zur Normalisierung des Verhaltens unseres Wildes bei.

In den meisten Ländern der Erde ist die Bogenjagd üblich und deswegen auch gesetzlich geregelt. In Europa ist in folgenden Ländern die Bogenjagd als zusätzliche Jagdart akzeptiert und wird erfolgreich praktiziert:

Dänemark, Belgien (Walone), Grönland, Finnland, Estland, Aland, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Portugal, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowakei (Gatter) und Ungarn.

In Belgien (Flandern) und der Slowakei laufen zurzeit staatlich beauftragte Untersuchungen und es ist auch hier mit der Wiedereinführung der Bogenjagd zu rechnen.

In Schweden besteht seit dem 04. Juni 2017 eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Jagdverband und dem dortigen Bogenjagdverband.

Was spricht also gegen die Wiedereinführung der Bogenjagd in Deutschland? Im Prinzip nichts. Das Beispiel mit den Ochsenfröschen zeigt, dass sich die Bogenjagd bei uns bereits als sinnvoll erwiesen hat, wenn auch nur auf Basis einer Sondergenehmigung. Nach dem deutschen Jagdrecht ist „nur“ die Jagd auf Schalenwild mit Pfeil und Bogen verboten (Bundesjagdgesetz § 19, Abs.1), wobei das in jedem Landesjagdgesetz nochmals explizit geregelt sein kann. Die Bogenjagd verstößt weder gegen das Tierschutzgesetz noch gegen die deutsche Waidgerechtigkeit. Im Gegenteil. Der Grundsatz der Waidgerechtigkeit, „dem Wild eine Change lassen“, ist erfüllt.

Aufgrund der Gespräche auf verschiedenen Entscheider-Ebenen im jagdlichen, wissenschaftlichen und politischen Bereich, kann davon ausgegangen werden, dass heutzutage kaum einer sich gegen die Bogenjagd ausspricht, jedoch zwischen den Ebenen Unsicherheiten über die jeweiligen Denkweisen vorherrschen. Der DBJV ist darum bemüht, diese Brücken zu bauen.

Dort, wo noch niemand über die Bogenjagd informiert wurde oder sich aus eigenen Stücken informiert hat, besteht nur unzureichendes Wissen über die Bauweise und die Wirkungsweise von Jagdspitzen. Meist wird Bogenjagd mit unzureichenden Informationen assoziiert. Es denken hierbei die Meisten an Indianerfilme, Robin Hood, eigene Kindheitserfahrungen oder Dokumentarfilme über Ureinwohner.

Auf Anfrage können wir gerne detailliert über die heutige Bogenjagd bei Ihnen informieren.

Die Jagd mit Pfeil und Bogen kann als traditionelle Jagdart als Bereicherung der Jagd  gesehen werden. Jedem Jäger würde die Möglichkeit gegeben, die Jagdart frei zu wählen. Angehende Jäger könnten gewonnen werden, die ansonsten evtl. keine Jäger werden würden. Die Bogenjagd genießt in der Bevölkerung in den umliegenden europäischen Ländern, in denen sie schon jahrzehntelang wieder akzeptiert ist und erfolgreich praktiziert wird, großes Ansehen.

Exkurs

An dieser Stelle einige Informationen und Bemerkungen für Interessenten, die noch keine Gelegenheit hatten, sich mit heutzutage verwendeten Jagdbögen vertraut zu machen.    Hauptsächlich werden bei der Jagd  Compoundbögen eingesetzt, die nach dem Flaschenzugprinzip funktionieren und traditionelle Bögen in der Wurfleistung um einiges übertreffen. Sie werden meistens auch mit einer Kombination aus Peep und Visier geschossen, was vom Prinzip her Kimme und Korn entspricht. Die maximale jagdliche Entfernung liegt üblicherweise bei ca. 25 Metern. Mit einem Compoundbogen kann ein geübter Schütze grundsätzlich auch auf weitere Entfernung noch akkurat treffen. Letztlich hängt die jagdliche Schussdistanz mit der Reaktionsgeschwindigkeit des Wildes und der Pfeilfluggeschwindigkeit zusammen.

Wenn man den Blick über Deutschland bzw. Mitteleuropa hinausrichtet, kann man auch ohne Hintergrundwissen den aktuellen Praktiken der Jagdausübung entnehmen, dass folgende Jagdarten in der Historie elementar waren und es berechtigterweise auch heute noch sind:
Die Fallenjagd, die Bogenjagd, die Beizjagd und die Jagd mit Feuerwaffen.

Durch die Wiedereinführung des Bogens als Jagdwaffe würden die geschichtlichen Wurzeln der Jagd in Mitteleuropa angemessen repräsentiert und dokumentiert. Auch unser Schutzpatron Hubertus und die Jagdgöttin Diana sind mit Pfeil und Bogen abgebildet.

Mit der Bogenjagd kann die Jägerschaft auch neue soziale Zielgruppen ansprechen, die ansonsten der Jagd eher kritisch und mit Vorurteilen behaftet gegenüberstehen. Außerdem könnte man mit der Diskussion über die Bogenjagd beweisen, dass die Jägerschaft neuen Ideen aufgeschlossen gegenübersteht. Die Bogenjagd findet durch ihre Weidgerechtigkeit im Sinne von “Fairness” in letzter Zeit vermehrt Zustimmung und Toleranz. Ihre Wiedereinführung könnte nicht nur völlig neue Interessenten, vor allem aus dem urbanen Bereich, ansprechen, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Diskussionen über die Jagd und ihre generelle Akzeptanz ausüben.

Durch die geringere Reichweite des Jagdbogens kommt in erster Linie sehr junges oder altes, geschwächtes und dementsprechend unvorsichtigeres Wild zur Strecke. Dadurch spiegelt der Bogenjäger die natürliche Sterblichkeit in naturbelassenen, von Menschen nicht beeinflussten Gebieten sehr gut wieder.

Dänemark (Verwundungsstudie Bogenjagd `99 bis `04)

Diese fünfjährige Studie erbrachte im Ergebnis den Fortschritt im Legalisationsprozess der Bogenjagd in Dänemark am Januar 2005.  In dieser Periode wurden 576 Stück Rehwild jeweils mit einem Jagd-Pfeil beschossen. Im Ganzen wurden 533 Stück Rehwild erlegt. In 11 Situationen wurden Pfeile geschossen, welche das jeweilige Stück Rehwild vollständig verfehlten, mit keinem Nachweis eines Einschlags. Diese Annahme wird unterstützt durch das vollständige Fehlen von Blut und Körperflüssigkeiten beim geborgenen Pfeil. In 4 Fällen gab es keinen Nachweis einer Verwundung, ohne dass der Pfeil gefunden wurde. In 28 Fällen (4,99%) waren nachweislich Treffer dokumentiert, durch Körperflüssigkeiten auf dem Boden und auf dem Pfeil, was den Schluss zu einer Verwundung veranlasste.

library_books Dänische Verwundungsstudie Bogenjagd von EBA

Frankreich

Laut dem Bericht des Präsidenten des Bogenjagdverbandes Frankreich FFCA, Eric de Lavenne, vom 31.03.2017 liegt die Erfolgsquote in Bezug auf Nachsuchen bei 50 %, welche nahezu identisch mit den Nachsuchen bei Büchsenschüssen ist. (Informationen der „Union Nationale pour l'Utilisation de Chiens de Rouge“ = nationaler Zusammenschluss für den Einsatz von Nachsuchehunden) 50 % der verwundeten Tiere wurden bei den Nachsuchen unter 300 m gefunden, 85 % unter 1000 m. Insgesamt wurden 80 % der verwundeten Tiere tot gefunden, 20 % wurden bei der Nachsuche erlegt.

Persönlich mitgeteilten Erfahrungsberichten von professionellen französischen Nachsucheführern zufolge unterscheiden sich Nachsuchen nach Pfeiltreffern nicht wesentlich zu Nachsuchen bei Kugeltreffern.

library_books Informationen zur Bogenjagd in Frankreich von Luis Hant

Sicherheit und Hintergrundgefährdung

Meist wird von erhöhter Position aus geschossen, weshalb der gewachsene Boden Pfeilfang ist. Im Regelfall penetriert der Pfeil komplett den Wildkörper und verliert dadurch an Energie. Dadurch ist die Hintergrundgefährdung z.B. durch Abpraller sehr gering!

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Keine Beunruhigung der Bevölkerung

Gerade im stadtnahen Bereich ist heute aufgrund der Sensibilität der Bevölkerung eine Bejagung mit der Büchse und Flinte kaum mehr möglich. Hier kann die Bogenjagd zuverlässig und waidmännisch als Alternative eingesetzt werden.

Wissenschaft & Studien

An der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg werden Bachelorarbeiten (vom DBJV in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Thorsten Beimgraben) im sozialwissenschaftlichen Bereich angeboten, betreut und von Studenten durchgeführt. Ergebnis der Bachelorarbeit „Meinungen der nichtjagenden Öffentlichkeit zur Bogenjagd“ war, dass ca. 80% der Befragten positiv eingestellt sind. Die Themen „Meinung der deutschen Jäger zur Bogenjagd“ und „Motivation der Bogenjäger“ stehen noch aus.

An der HAWK Göttingen, Bachelorstudiengang Forstwirtschaft, wurden schon zwei Bachelorarbeiten verwirklicht und von Prof. Dr. Wolfgang Rohe geprüft.

Bei dem Thema „Ist der Bogen eine auch in Deutschland akzeptable Jagdwaffe?“ kam der Bachelor aufgrund seiner Untersuchungen und Recherchen zu dem Schluss, dass die Jagd mit Pfeil und Bogen als zusätzliche Jagdart eine Bereicherung besonders für die Jagd in urbanen Bereichen ist. Er machte u.a. Beschusstests auf starke Knochen (Schulter, Oberarm, ...). Dahinter hatte er etwa im Abstand von 10 cm einen Pfeilfang aus Gummi (Broadhead-Ball). Jede Jagdspitze durchschlug den jeweiligen Knochen um mindestens 21 cm und steckte im Pfeilfang. Ein frisch mit der Büchse erlegtes Stück Rotwild wurde mit mehreren Jagdpfeilen im Kammerbereich beschossen. Jeder Pfeil flog komplett durch.

Auch bei der Bachelorarbeit mit dem Thema „Wildschweine im urbanen Bereich" kam der Student zu dem Schluss, dass der Einsatz von Pfeil und Bogen besonders für den urbanen Bereich geeignet ist. Er bezog sich u.a. auf das Projekt in Madrid (Spanien), wo Wildschweine im urbanen Bereich mit Pfeil und Bogen erlegt werden.

Dr.rer.nat.Dipl.-Forstw. Carl Gremse startete im März 2016 Untersuchungen zum Einsatz von Jagdbögen und -pfeilen im Jagdbetrieb in Ländern, in denen die Bogenjagd legal ist (Frankreich, Spanien, Dänemark). Teilnehmende Jägerinnen und Jäger erlegen Wild im regulären Jagdbetrieb und stellen zu diesen Erlegungen über ein standardisiertes Formular Daten zur Verfügung. Das Formular kann in mehreren Sprachen auf seiner Homepage heruntergeladen, anschließend ausgefüllt und an ihn gemailt werden. Auch kann der Abschussbericht online auf seiner Homepage eingegeben werden.

Anhänge
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In dieser Studie waren folgende Institutionen involviert:

  • Bayerischer Jagdverband e. V. (BJV)
  • Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL)
    Unterabteilung 32 Tiergesundheit, Tierschutz
  • Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL)
    Unterabteilung 53 Forstwirtschaft
  • Deutscher Bogenjagdverband e. V. (DBJV)
  • Deutscher Jagdverband e. V. (DJV)
  • Deutsche Veterinärmedizinische Vereinigung e. V. (DVG)
    Fachgruppe Tierschutz
  • Ökologischer Jagdverband e. V. (ÖJV)
  • Tiermedizinische Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT)
    Arbeitskreis Wildtiere und Jagd

In einigen Landes-Jagdgesetzen wird in dem jeweiligen Verbotsparagraphen auch in einem Unterabsatz darauf hingewiesen, dass die zuständige Jagdbehörde u.a. zu Forschungszwecken das Verbot einschränken darf.


Weitere Studien

library_books Wirkung des Jagdpfeiles von Dr. Bengt Geore’n
library_books Dänische Verwundungsstudie Bogenjagd von EBA
library_books Informationen zur Bogenjagd in Frankreich von Luis Hant

Die moderne Bogenjagd

Jagdbogen

Für die Jagd mit Pfeil und Bogen werden Langbögen, Recurvebögen und meistens Compoundbögen verwendet. Voraussetzung ist, dass der Schütze auf Jagddistanz mit jedem Jagdpfeil etwa eine handtellergroße Fläche trifft.

Es wird eine Mindestpfeilfluggeschwindigkeit von 240 fps und ein Mindestpfeilgewicht von 30 Gramm empfohlen.

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Jagdpfeil

Ein moderner Jagdpfeil besteht aus Carbon oder Aluminium, ist befiedert, hat eine Nock sowie eine Jagdspitze. Er fliegt mit einer Geschwindigkeit von etwa 240 bis 300 Fuss pro Sekunde. Das entspricht ca. 75 bis 100 Meter pro Sekunde. Das verwendete Pfeilmodell muss auf den Schützen und seine Ausrüstung abgestimmt sein, um einen steten und perfekt geradlinigen Pfeilflug zu garantieren.

library_books Wirkung des Jagdpfeiles von Dr. Bengt Geore’n

Jagdspitzen

Moderne Jagdspitzen – auch Broadheads (engl.) genannt - bestehen heute im Allgemeinen aus Metall, sind zwei oder mehrschneidigen hoch vergüteten Klingen bestückt. Es gibt unzählige Modelle und Anbieter. Jeder Schütze passt die Klingen seinem bejagbaren Wild an. Neben guten Flugeigenschaften (Abstimmung des Schaftes mit der Befiederung und der Spitze) ist vor allem eine rassiermesserscharfe Klinge/Schneide wichtig.

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